Einmalhandschuhe gehören zur Grundausstattung jeder Pflege – zu Hause, im Pflegedienst, in der Praxis und in der Einrichtung. Sie schützen Pflegende vor Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Pflegebedürftige vor Keimübertragung. Doch Handschuh ist nicht gleich Handschuh: Material, Norm, Größe und Anwendung entscheiden darüber, ob der Schutz tatsächlich wirkt. Dieser Ratgeber erklärt, warum Nitrilhandschuhe heute die erste Wahl sind, was die Normen bedeuten und wie Handschuhe und Händedesinfektion richtig zusammenspielen.

Nitril, Latex oder Vinyl?

MaterialStärkenSchwächenEmpfehlung
Nitrillatexfrei, sehr reißfest, beständig gegen Öle und viele Chemikalien, gutes Tastgefühl, puderfreietwas weniger elastisch als LatexStandard für Pflege, Praxis, Labor, Haushalt
Latexsehr elastisch, hoher Tragekomfort, exzellentes TastgefühlLatexallergie bei Träger und Patient möglich, gepuderte Varianten nicht mehr zulässig im medizinischen Bereichnur, wenn Latexallergie sicher ausgeschlossen ist
Vinylgünstig, latexfreiwenig elastisch, reißt leichter, geringerer Schutz vor Mikroorganismen und Chemikalienkurze, risikoarme Tätigkeiten ohne Infektionsgefahr

Für die tägliche Pflege sind Nitrilhandschuhe die sinnvollste Wahl: Sie vereinen Allergiefreiheit, mechanische Festigkeit und chemische Beständigkeit. Wer viele Stunden am Tag Handschuhe trägt, achtet auf dünne, weiche Nitrilqualitäten mit texturierten Fingerspitzen für sicheren Griff.

Normen und Kennzeichnung verstehen

Blau oder schwarz?

Die Farbe ist mehr als Geschmack. Blaue Nitrilhandschuhe sind der Klassiker in Pflege und Lebensmittelbereich: Beschädigungen und Verunreinigungen sind gut sichtbar, und blau signalisiert „hygienischer Bereich“. Schwarze Nitrilhandschuhe sind in Tattoo-Studios, Kosmetik, Werkstatt und Gastronomie beliebt, weil Verfärbungen nicht auffallen. In der Pflege haben sich zudem farblich getrennte Handschuhe für verschiedene Tätigkeiten bewährt – etwa blau für Körperpflege, schwarz für Reinigung.

Die richtige Größe

Ein zu enger Handschuh reißt und ermüdet die Hand, ein zu weiter rutscht und mindert das Tastgefühl. Messen Sie den Handumfang an der breitesten Stelle ohne Daumen:

HandumfangGröße
bis ca. 18 cmS
ca. 19–21 cmM
ca. 22–24 cmL
ab ca. 25 cmXL

Die Angaben variieren leicht je Hersteller; wer zwischen zwei Größen liegt, probiert beide. In Einrichtungen lohnt es sich, alle Größen vorrätig zu halten – passende Handschuhe werden seltener gewechselt, weil sie seltener reißen.

Richtig anziehen, tragen und ausziehen

  1. Hände desinfizieren und vollständig trocknen lassen – feuchte Hände unter dem Handschuh weichen die Haut auf.
  2. Handschuh am Bündchen fassen und über die Hand ziehen, ohne die Außenseite mit der bloßen Hand zu berühren.
  3. Tragezeit begrenzen: Handschuhe sind für eine Tätigkeit gedacht. Nach jedem Patienten, jedem Wechsel zwischen unrein und rein und spätestens nach 30 Minuten wechseln.
  4. Ausziehen ohne Kontamination: Mit der behandschuhten Hand den anderen Handschuh am Bündchen fassen und von innen nach außen abziehen, ihn in der noch behandschuhten Hand halten, dann mit dem bloßen Finger unter das Bündchen des zweiten Handschuhs fahren und beide zusammen über den ersten stülpen.
  5. Entsorgen im Restmüll, anschließend Hände erneut desinfizieren.

Handschuhe niemals desinfizieren und weiterverwenden – das Material wird porös und der Schutz geht verloren.

Händedesinfektion: der wichtigere Teil

Handschuhe sind ein zusätzlicher Schutz, keine Alternative zur Händehygiene. Ein guter Teil der Keimübertragung in der Pflege geschieht über die Hände nach dem Handschuhtragen. Die Regel lautet: Desinfizieren vor dem Anziehen und nach dem Ausziehen. Alkoholische Händedesinfektionsmittel wirken schnell und breit; für Menschen mit empfindlicher Haut oder häufiger Anwendung sind alkoholfreie Präparate eine Alternative, sofern sie nachweislich wirksam sind. Bei der Anwendung gilt: ausreichend Menge (die Hände müssen vollständig benetzt sein), 30 Sekunden Einwirkzeit, auch Daumen, Fingerzwischenräume und Fingerkuppen einbeziehen.

Hautschutz bei häufigem Tragen

Wer täglich viele Stunden Handschuhe trägt, kennt trockene, rissige Hände. Ein Hautschutzplan hilft: Handcreme mehrmals täglich, besonders nach Feierabend; Handschuhe nur auf trockener Haut anziehen; bei längeren Arbeiten Baumwoll-Unterziehhandschuhe verwenden; regelmäßige Pausen ohne Handschuh. Bei anhaltenden Ekzemen ist eine hautärztliche Abklärung ratsam – Handekzeme sind eine anerkannte Berufskrankheit in Pflegeberufen.

Bedarf planen: Pflegedienste, Praxen, Einrichtungen

Der Verbrauch ist hoch: Ein ambulanter Pflegedienst rechnet je nach Einsatz mit mehreren Handschuhpaaren pro Kunde und Tag. Großgebinde mit 1.000 Stück je Größe senken den Stückpreis und reduzieren Verpackungsmüll. Ergänzend gehören Schutzkittel für Infektionsfälle, Einweg-Krankenunterlagen und Flächendesinfektion in den Hygienevorrat. Für die häusliche Pflege bei anerkanntem Pflegegrad können Einmalhandschuhe und Händedesinfektion über den monatlichen Pauschalbetrag für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (§ 40 SGB XI) bezogen werden.

Sanicura liefert Nitrilhandschuhe von Dr. Berger in Blau und Schwarz, in 100er- und 1.000er-Gebinden, sowie Schutzkittel und Desinfektion – Einrichtungen und Handelspartner über den Großhandelskatalog, Angehörige über den Online-Shop.