Lesen auf dem Sofa, Fernsehen im Bett, ein Nickerchen im Zug: Fast immer sucht der Kopf dabei eine Stütze – und findet sie in einem zu flachen Kissen, einer verkrampften Hand oder gar nicht. Leseknochen, Nackenrollen und Nackenhörnchen sind Stützkissen, die genau diese Lücke schließen. Sie sind klein, leicht und vielseitig, und sie gehören inzwischen zur Grundausstattung vieler Pflegehaushalte. Dieser Ratgeber erklärt die drei Formen, ihre Einsatzmöglichkeiten und worauf Sie bei Bezug und Pflege achten sollten.

Der Leseknochen: ein Kissen, viele Positionen

Der Leseknochen verdankt seinen Namen der Form: zwei dicke Enden, ein schmaler Mittelteil – wie ein stilisierter Knochen. Diese Form macht ihn so vielseitig. Liegt er quer, legt sich der Kopf in die Mulde und die Enden stützen rechts und links. Steht er hochkant hinter dem Rücken, füllt er die Lendenlordose. Zwischen die Knie geklemmt entlastet er in Seitenlage die Hüfte, unter den Armen stützt er beim Lesen im Bett, auf dem Schoß trägt er das Buch oder Tablet.

Leseknochen gibt es in zwei Größen: Das Standardmaß von etwa 40 × 18 cm ist der Allrounder, der XXL-Leseknochen mit rund 60 × 22 cm eignet sich für den Rücken, für breitere Sofas und für Menschen, die auch die Schultern mitstützen möchten.

Die Nackenrolle: Halt für die Halswirbelsäule

Eine Nackenrolle ist eine zylindrische Rolle, die im Liegen unter den Nacken gelegt wird. Sie füllt den Raum zwischen Hinterkopf und Schultern und hält die Halswirbelsäule in ihrer natürlichen Krümmung – anders als ein dickes Kopfkissen, das den Kopf nach vorne drückt. Wer nachts verspannt aufwacht, kann die Rolle als Ergänzung zum flachen Kopfkissen testen. Tagsüber leistet sie unter den Knien beim Liegen auf dem Rücken gute Dienste und entlastet den unteren Rücken.

Das Nackenhörnchen: für unterwegs und im Sessel

Das U-förmige Nackenhörnchen legt sich um den Hals und stützt den Kopf beim Sitzen – im Auto, im Zug, im Flugzeug oder im Pflegesessel, wenn der Kopf beim Einnicken zur Seite sinkt. Es gibt Varianten mit weicher Faserfüllung und solche mit Bio-Kirschkernen, die sich zusätzlich erwärmen lassen und dann wohltuende Wärme in den Nacken bringen (mehr dazu im Ratgeber zu Kirschkernkissen).

Welche Form für welchen Zweck?

SituationEmpfehlung
Lesen oder Fernsehen auf dem SofaLeseknochen (Standard oder XXL) hinter Nacken oder Rücken
Lesen im Bett, Buch auf dem SchoßLeseknochen unter den Armen oder als Buchstütze
Verspannter Nacken beim SchlafenNackenrolle unter dem Nacken, flaches Kopfkissen
Rückenschmerzen im LiegenNackenrolle unter den Knien, Leseknochen in der Lende
Auto, Bahn, FlugzeugNackenhörnchen
Pflegesessel, RollstuhlNackenhörnchen oder Leseknochen seitlich am Kopf
Seitenlage, HüftentlastungLeseknochen zwischen den Knien

Einsatz in der Pflege

In der häuslichen Pflege und in Einrichtungen sind Leseknochen beliebte Lagerungshelfer: Sie stützen den Kopf im Sitzen, halten den Arm nach einem Schlaganfall in bequemer Position oder polstern die Seitenlage. Weil sie leicht sind, können auch Bewohnerinnen und Bewohner mit wenig Kraft sie selbst zurechtrücken. Für den professionellen Einsatz sollte jedes Kissen personengebunden sein und einen abnehmbaren, bei mindestens 60 °C waschbaren Bezug haben. Als Dekubitus-Hilfsmittel ersetzen sie keine Lagerungskissen aus dem Sanitätshaus – dazu mehr im Ratgeber Dekubitusprophylaxe.

Bezug und Füllung: Worauf achten?

Reinigung

Der Bezug wird nach Herstellerangabe bei 30 bis 60 °C gewaschen, das Innenkissen nur gelüftet und aufgeschüttelt. Viele Modelle sind komplett waschbar; dann im Schonwaschgang mit wenig Schleudern und anschließend gründlich trocknen, damit die Füllung nicht verklumpt. Trockner nur, wenn das Etikett es erlaubt.

Leseknochen, Nackenrollen und Nackenhörnchen von Original Dr. Berger finden Endkunden in vielen Farben und Stoffen im Sanicura Online-Shop. Für Sanitätshäuser, Pflegeeinrichtungen und den Geschenkehandel gibt es Farbsortimente und Displays im Großhandelskatalog.