Periodenunterwäsche hat sich in wenigen Jahren von der Nischenlösung zur festen Größe im Drogerie- und Apothekenregal entwickelt. Der Grund ist einfach: Sie funktioniert wie normale Unterwäsche, ersetzt oder ergänzt Tampons und Binden, ist waschbar und über Jahre wiederverwendbar. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Slips aufgebaut sind, welche Saugstärke zu welchen Tagen passt, wie Sie die richtige Größe finden und wie die Pflege gelingt – und warum Periodenunterwäsche auch bei leichter Blasenschwäche eine Option sein kann.

So ist Periodenunterwäsche aufgebaut

Von außen sieht ein Periodenslip aus wie ein normaler Slip. Der Unterschied steckt im Zwickel, der aus drei bis vier Funktionsschichten besteht:

  1. Oberschicht: ein weiches, schnell ableitendes Gewebe, das die Haut trocken hält.
  2. Saugkern: ein oder mehrere Lagen saugfähiger Fasern (Baumwolle, Bambusviskose, Hanf oder Polyester-Vlies), die die Flüssigkeit binden.
  3. Membran: eine dünne, atmungsaktive, aber flüssigkeitsdichte Schicht, die das Auslaufen nach außen verhindert.
  4. Außenstoff: der eigentliche Slip aus Baumwolle, Mikrofaser oder Mesh.

Je nach Modell reicht der Saugbereich weit nach hinten – wichtig für die Nacht – oder ist auf den Zwickel begrenzt, was bei Slips für leichte Tage für unsichtbare Nähte sorgt. Viele Hersteller verzichten bewusst auf Biozide und Silberbeschichtungen; Geruch wird durch schnelles Ableiten und Waschen vermieden.

Welche Saugstärke passt?

SaugstärkeEntspricht etwaGeeignet für
leicht1–2 TamponsAnfang und Ende der Periode, Zwischenblutungen, als Backup zu Tasse oder Tampon, leichte Blasenschwäche
mittel2–3 Tamponsnormale Tage, tagsüber
stark4–5 Tamponsstarke Tage, Nacht, Wochenbett, Sport

Die Angaben in Tampon-Äquivalenten sind Herstellerangaben und orientieren sich an der aufgenommenen Flüssigkeitsmenge. Wer unsicher ist, beginnt mit einem Modell für starke Tage: Es kann zu jeder Zeit getragen werden, ein leichtes Modell an einem starken Tag dagegen nicht. Als Faustregel gilt ein Wechsel alle 8 bis 12 Stunden, an starken Tagen häufiger.

Schnitt und Größe

Die Größe wählen Sie nach Hüftumfang gemäß Größentabelle des Herstellers. Periodenunterwäsche sollte eng anliegen, damit der Saugbereich an der richtigen Stelle sitzt – ein zu weiter Slip verrutscht und kann auslaufen. Für den Einstieg empfiehlt sich ein Set aus zwei bis drei Slips, um Waschen und Tragen zu überbrücken.

Waschen und Pflegen

  1. Nach dem Tragen mit kaltem Wasser ausspülen, bis das Wasser klar ist. Kein heißes Wasser – es fixiert Blut in den Fasern.
  2. In der Maschine bei 30 bis 40 °C waschen, gern im Wäschenetz. Ein Wäschesack schützt Spitze und Mesh.
  3. Keinen Weichspüler und keine Bleiche verwenden: Beides verschließt die Fasern und mindert die Saugkraft.
  4. An der Luft trocknen lassen, nicht in den Trockner und nicht auf die Heizung.
  5. Nicht bügeln, nicht chemisch reinigen.

Richtig gepflegt hält ein Periodenslip je nach Modell und Nutzung zwei bis fünf Jahre. Lässt die Saugkraft nach oder wird die Membran undicht, ist es Zeit für Ersatz.

Alltag, Sport und Nacht

Im Alltag unterscheidet sich Periodenunterwäsche nicht von normaler Wäsche: kein Knistern, keine Klebestreifen, nichts, was verrutscht. Für Sport eignen sich Shorts oder Slips mit hohem Beinausschnitt; für die Nacht High-Waist-Modelle mit weit nach hinten reichendem Saugbereich. Unterwegs kommt der getragene Slip in einen wasserdichten Beutel – viele Hersteller legen einen bei.

Auch bei leichter Blasenschwäche

Die gleiche Technik funktioniert bei leichten Urinverlusten, etwa nach der Geburt, in den Wechseljahren oder beim Sport. Slips für starke Tage bieten hier genügend Reserve, sind diskret und ersetzen bei leichten Formen Einlagen. Bei stärkerer Inkontinenz sind spezielle Produkte die bessere Wahl – mehr dazu im Ratgeber zu Inkontinenzprodukten. Wichtig: Neu auftretender oder zunehmender Urinverlust sollte ärztlich abgeklärt werden; Beckenbodentraining ist oft der erste Schritt.

Nachhaltigkeit und Kosten

Ein Set aus fünf Slips ersetzt über Jahre tausende Einwegprodukte. Die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich meist innerhalb eines Jahres. Achten Sie auf Öko-Tex- oder GOTS-zertifizierte Materialien und auf Hersteller, die die verwendeten Fasern offenlegen. Modelle aus Hanf oder Bio-Baumwolle sind besonders ressourcenschonend.

Für Apotheken, Drogerien und Sanitätshäuser

Periodenunterwäsche spricht eine junge, nachhaltigkeitsbewusste Kundschaft an und passt als Sortimentsergänzung zu Frauengesundheit, Wochenbett und leichter Blasenschwäche. Sanicura führt die Marke Selenacare mit Slips, Hipstern, Shorts und High-Waist-Modellen für leichte bis starke Tage in allen Größen. Handelspartner finden das Sortiment im Großhandelskatalog, Endkundinnen im Online-Shop.